Ich habe mit meinen Kollegen Sven und Sebastian über das Kanban Maturity Model (KMM) gesprochen. Das KMM ist ein Modell, das Organisationen dabei unterstützt, ihre Arbeitsreife zu verstehen und gezielt weiterzuentwickeln. Dabei wird deutlich: Sven legt den Fokus auf strukturierte Veränderungsprozesse und messbare Fortschritte, während Sebi das KMM als einen flexiblen, evolutionären Leitfaden nutzt, der Teams ohne Druck begleitet und kontinuierliche Verbesserung fördert. Diese unterschiedlichen Perspektiven ergänzen sich und geben einen umfassenden Einblick in die praktische Anwendung des KMM.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und freue mich über deine Fragen und Feedback.
Wolfgang: Okay, stellt euch vor, jemand fragt euch auf dem Flur: Was ist eigentlich dieses KMM? Ihr habt nur zwei Sätze. Go!
Sven: Für mich ist das Kanban Maturity Model ein Werkzeugkasten, der sofort Struktur reinbringt. Man erkennt, wo eine Organisation steht, und kann konkrete nächste Schritte ableiten.
Sebastian: Für mich ist es eher ein Kompass – er zeigt die Richtung, aber die Teams entscheiden selbst, wie sie dorthin kommen. Das macht’s für mich so wertvoll.
Wolfgang: Gefällt mir. Was passiert denn, wenn Organisationen wirklich damit arbeiten?
Sven: Sie gehen strukturierter an Veränderungen ran, sprechen eine gemeinsame Sprache und können Fortschritt messen.
Sebastian: (nickt) Und sie merken: Wir müssen nicht alles umwerfen. Das nimmt total den Druck raus. Veränderung darf auch mal in kleinen Schritten kommen.
Wolfgang: Wie startet ihr eigentlich bei neuen Kunden? Ich wette, da seid ihr sehr unterschiedlich.
Sven: Ich rede zuerst mit den Führungskräften, erkläre das Modell, höre mir ihre Sicht an und gleiche das mit meinen Beobachtungen ab. Daraus entsteht ein grober Plan.
Sebastian: Ich geh’s oft lockerer an. Erst mal reinschnuppern – Meetings besuchen, Boards anschauen. Dann sieht man schnell, wo’s hakt.
Wolfgang: (lacht) Also Sven macht sofort eine Diagnose, Sebi fühlt erst mal den Puls.
Sven: (schmunzelt) Ja, so kann man’s sagen.
Wolfgang: Und wie wirkt sich das auf die tägliche Arbeit der Teams aus?
Sven: Die Leute fangen an, über Teamgrenzen hinweg zu denken. Sie sehen den übergreifenden Wertstrom bzw. Fluss und nicht nur ihre To-do-Liste.
Sebastian: Bei mir ist es so: Teams werden neugieriger. Sie wollen Zahlen sehen, verstehen, wie Arbeit wirklich fließt. Das ist ein cooler Moment.
Wolfgang: Und das Thema Effizienz – kommt das sofort oder später?
Sven: Später. Am Anfang geht’s darum, das Richtige zu tun. Erst wenn das sitzt, schauen wir auf Effizienz.
Sebastian: Genau. Und oft kommt der Wunsch nach Messung dann von den Teams selbst. Das ist das Beste daran.
Wolfgang: Was braucht’s von Führungskräften?
Sven: Klarheit, welche Praktiken zu ihrem Reifegrad passen, und die richtigen Fragen stellen. Wir helfen ihnen, die richtigen Metriken zu tracken und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Sebastian: Und die Fähigkeit, große Ziele wie „Effizienz steigern“ gemeinsam zu konkretisieren: Geht’s um mehr Durchfluss, weniger Verzögerungen, häufigere Lieferungen? Je nachdem zeigt das KMM, welche Schritte sinnvoll sind.
Wolfgang: Wo hakt’s denn manchmal?
Sven: Ungeduld. Manche Schritte brauchen Zeit, bis sich die Kultur verändert und Praktiken wirken. Ohne Geduld werden Maßnahmen schnell wieder verworfen.
Sebastian: Fehlende feste Rituale. Ohne einen „Veränderungsmotor“ wie Retrospektiven oder Flow-Reviews bleibt Veränderung oft Stückwerk. Widerstände entstehen auch, wenn Kanban nur als Tool eingeführt wird, statt als Verbesserung der Arbeit.
Wolfgang: Zum Abschluss: Euer Tipp für Leute, die mit KMM starten wollen?
Sven: Es lohnt sich, wirklich tief ins Modell einzusteigen. Nicht nur oberflächlich, sondern auch seine Ursprünge und das Evolutionary Change Modell zu verstehen. Nur so kann man das KMM effektiv nutzen.
Sebastian Mein Rat: Erst mal mit jemandem sprechen, der das Modell kennt und einen Überblick geben kann. Dann im Team zusammenkommen, Kanban-Prinzipien und -Praktiken besprechen und einen STATIK-Workshop machen. So schafft man eine gemeinsame Grundlage, um das KMM Schritt für Schritt zu integrieren.
Fazit
Sven und Sebi machen deutlich, dass das Kanban Maturity Model mehr ist als ein starres Rezept für Veränderung. Sven hebt hervor, wie wichtig strukturierte, messbare Entwicklungsschritte sind und dass eine geduldige Kulturveränderung die Basis für nachhaltigen Erfolg bildet. Sebi zeigt auf, dass das KMM auch als flexibler, evolutionärer Leitfaden funktioniert, der Teams die Freiheit gibt, sich im eigenen Tempo weiterzuentwickeln – begleitet von festen Ritualen, die Veränderung kontinuierlich unterstützen. Gemeinsam verdeutlichen sie, wie das KMM sowohl Organisationen als auch Teams dabei hilft, ihre Arbeitsweise zu verbessern und Agilität wirklich zu verankern.
Ich hoffe dir hat das kurze Gespräch gefallen und vor allem geholfen, etwas über das KMM zu lernen. Wenn Du Fragen an Sven oder Sebastian hast, klick einfach auf ihr Foto.


